Macht das Beste aus Eurer Geburt!

Endlich - ein kleines Aufwachen. So ganz langsam dringt es nach außen, dass es gut ist, für die Geburt einen Plan zu haben. Ein Plan ist dazu da, sich seiner Möglichkeiten bewusst zu werden. Werden diese Möglichkeiten nicht benannt oder gibt es keine neutrale Aufklärung, dann gibt es keine Mitsprache und es kann keine gemeinsame Entscheidungsfindung getroffen werden. Dies macht jedoch einen sehr großen Teil der Zufriedenheit dieses so einschneidenden Ereignisses der Geburt aus.

Zum ersten Mal wird werdenden Eltern mit den neuen S3-Leitlinien eine Argumentationsgrundlage aufgezeigt. Als Beispiel soll hier mal die Position in der aktiven Geburtsphase beleuchtet werden. Laut der deutschen Bundesauswertung Geburtshilfe 2016 fanden 77,12 % der Geburten im Krankenhaus in horizontaler Position im Kreißbett statt.

In der außerklinischen Geburtshilfe sehen die Zahlen so aus: Horizontale Position 24,4,%, vertikale Position 58,2 %, Rückenlage 5,1 %, Seitenlage 15,3 %. Zusätzlich entscheiden sich außerhalb von Geburtskliniken 21,4 % der Frauen für eine Wassergeburt. Sie gleicht der vertikalen Haltung und weist ebenfalls vorteilhafte Verhältnisse der Beckenmobilität und der Schwerkraft auf.

(Zahlen aus dem Qualitätsbericht 2016, „Außerklinische Geburtshilfe in Deutschland“. Es wurden in diesem Bericht 10.196 vaginale und außerklinisch beendete Geburten erfasst.)

In den neuen S3-Leitlinien soll die Gebärende dazu angehalten werden, die Rückenlage in der aktiven Phase der Geburt zu vermeiden. Sie soll motiviert werden die Position einzunehmen, die sie als angenehm empfindet. (Konsensstärke 93,75 %)

Die meisten Frauen, die ich während ihrer Geburt begleitet habe, haben sich in der aktiven Phase der Geburt nicht freiwillig auf den Rücken gelegt. Sie haben kniend vor dem Bett, im Vierfußstand, im Stehen oder auf dem Hocker selbstbestimmt und ganz wunderbar ihre Kinder in die Welt hinaus geschoben. Es gilt zu hoffen, dass diese S3-Leitlinien dazu beitragen, dass Frauen ihre Position für das Herausschieben des Babys frei wählen können. Wenn die Frau für sich diese Position wählt und die Geburt entfaltet sich, dann kann es eine gute Geburt für die Frau sein. Aber solange die Position vom geburtshilflichen Personal bestimmt wird, ist es noch ein langer Weg in Richtung partizipative Entscheidungsfindung (shared decision making).

Du willst mehr zu den S3-Leitlinien wissen? Lies dazu hier.

Auf die Geburt freuen? Lass Dich inspirieren! Plakat von HypnoBirthing.